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"Taormina Mare"
Oel auf Leinwand
80 x 100

 

Sabine Gerstacker

Über die Künstlerin...

"Die Malerin geht in ihrem Schaffen von den leuchtenden Farben aus, die sie in die von ihr gewollten Formen zwingt.

Ist sie in ihrer Druckgrafik abstrahierend gegenständlich, auch in ihren Zeichnungen, so sind ihre mit Ölfarben gemalten Bilder abstrakt, von der Miniatur angefangen bis zu riesengroßen Leinwänden.

Ihre Kompositionen sind abstrakter Expressionismus, doch keineswegs gestische Malerei, Zufallsprodukte. Für jedes Bild gibt es genaue Vorzeichnungen und Skizzen, jeder Farbfleck und Farbwert ist bewusst gewählt und gesetzt, auch wenn die fertigen Bilder leuchtende, heitere Gebilde sind, denen man die penible Arbeit nicht ansieht.

Sabine Gerstacker studierte an der Kunstschule von Prof. Karl Blocherer in München und war Meisterschülerin von Prof. Robert Scherer in der Klasse für Wandmalerei an der internat. Sommerakademie in Salzburg. Sie war mehrere Jahre Assistentin von Bruno Orfei bei den Sommerkursen der Kunstakademie von Perugia/Italien."

Prof. Dr. Karl Heins Ritschel, Salzburg

Münchner Merkur 28. April 2008; Ausschnitt

Bilder, die Gefühl und Intellekt gehörig beanspruchen

Sabine Gerstackers „Schöne wilde Bilder“ in heiteren und kräftigen Farben sind voller Lebensfreude

Holzhausen - Zugegeben, es ist schwer, die Gemälde und Kunstdrucke von Sabine Gerstacker dem zuzuordnen, was sie darstellen sollen. „Schöne wilde Bilder“ heißen die zahlreichen Exponate der Malerin aus Laufen an der Salzach, die derzeit im Foyer und im Untergeschoss des BVS-Bildungszentrums in Holzhausen zu sehen sind – und sie alle haben einen gemeinsamen Nenner: Sie sind aus der Liebe zum Süden und zum Mittelmeer heraus entstanden.

„Phönizisch“ heißt etwa ein Gemälde in Öl, ein anderes „Meltemi – griechischer Südwind“ und wieder ein anderes „Mai in Portugal“. Nichts in diesen Bildern deutet indes auf irgendwelche Landschaften, geschweige denn auf eine konkrete Geografie hin. Sie zeichnen sich vielmehr durch eigenwillige Farbkompositionen und scheinbar planlose Umrisse aus, die das Gegenständliche erst auf den zweiten Blick freigeben.

Genau das macht sie so sehenswert: Der Betrachter muss sich gehörig anstrengen und Gefühl und Intellekt gleichermaßen beanspruchen, um dem Geheimnis dieser Bilder auf die Spur zu kommen. Wenn dies gelingt, dann genießt er allerdings den Vorzug, Bild- und Symbolsprache mühelos verknüpfen zu können. Dann werden die Bilder zu einer Metapher. Dann verwandeln sich die blauen Rechtecke, die in „Meltemi“ inmitten eines pastellfarbenen Farbenmeers „eingeblockt“ sind und in eine Richtung getrieben werden, tatsächlich in Windstöße des Südens, die die Glut der Sahara in sich tragen und trotz ihrer Klobigkeit vor Lebensfülle nur so strotzen.

Überhaupt sind Gerstackers Bilder voller Lebensfreude: Kaum ein Tupfer Schwarz ist vorhanden, es überwiegen heitere und kräftige Farben, die mal wolkenartig zusammengebällt sind, sich mal in weiten Flächen verlieren oder auch naive Formen nachzeichnen, um wie Welt wie mit Kinderaugen zu erfassen. So entsteht etwas Märchenhaftes, das jedoch nie in ein Klischee naiver Weltflucht gepresst wird. Es geht Gerstacker um Kraft, Ursprünglichkeit, Frische:  „ Ich verlasse in meinen Bildern die gewohnte Statik mit dynamisch bewegter Fluktuation, Überlagerung, und Durchdringung der Farben“, erläutert die Künstlerin , die unter anderem im umbrischen Perugia studiert und den Förderpreis des Münchner Kunstvereins gewonnen hat.

Dabei sind ihre Werke das Ergebnis einer langen Überlegung, nichts ist aus der bloßen Intuition heraus entstanden, wie Gerstacker verrät:

 

Zu jedem Bild gebe es zahlreiche Skizzen.